08.06.2019 / Hagen Klassik / Hagen

Bei unserer erstmaligen Teilnahme an der Hagen Klassik 2018 (Bericht hier http://amc-arnsberg.org/?p=2295 zeigte sich eine uns ungewohnte Kombination aus Oldtimerwandern (keine Baumaffen!) und anspruchsvollen Zeitaufgaben, die zum Teil auch sehr exotisch ausgestaltet werden (Sollzeit 1,5 Sekunden). Relativ gruselig waren Auswertung und Siegerehrung am sehr späten Abend, eher vorbildlich die vorab im Internet verfügbaren Informationen, die schon einen Beifahrerlehrgang-Charakter hatten (leider werden diese nicht mehr weiter geführt)
Nachdem im Nachgang zur 2018er Auflage viele / sehr viele Beteiligte „verloren gingen“, wurde für 2019 eine erneute Neu-Auflage erwartet bzw. angekündigt: Einfachere Start-Ziel-Sollzeitprüfungen und Fahraufträge wieder nur nach Chinesen, dieses Mal aber durchaus mit Anspruch. Denn auch mit Chinesen kann der Fahrtleiter ja so allerlei Schabernack treiben und die Teilnehmer in Fallen locken. Stichwort Bauminseln oder Kreisverkehre 🙂 Geblieben ist das Rallye-Zentrum in der Mensa der Fernuni.

Apropos Schabernack: Im Vorfeld verwirrt die Fahrtleitung schon einmal mit einem online gestellten Bulletin, betreffend die Referenzstrecke für die Kilometrierung im Bordbuch (Aufgaben nach kilometrierten Chinesen):

„Die gesamte Kilometrierung der Strecke im Bordbuch entspricht der Kalibrierung der ehemaligen VDO-Teststrecke, die sich im Bereich der Feldmühlenstraße 9 in 58099 Hagen befindet und links und rechts am Bordstein gekennzeichnet ist. Sie befahren diese Strecke zwischen den Zeichen 27 und 30 im Bordbuch 1.“

Was soll einem das sagen? Erfahrungsbasiert erwartet man hier doch im Verlauf der Aufgaben eine oder mehrere Fallen. Was ist die ehemalige VDO-Kalibrierung? Ist die ggf. besonders exotisch? Nur wenige Teilnehmer haben die Meßstrecke dann wohl tatsächlich abgefahren so wie wir. Das sollte auf die Ergebnisse auch nur geringe Auswirkungen haben. Tatsächlich war aber das Roadbook wirklich sehr präzise beschrieben: die Distanzen stimmten exakt auf 10 Meter genau.

08.06.2019 35. Hagen Klassik
Veranstalter: Hagener Automobil Club e.V.
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

Nach dem Auswertungschaos im letzten Jahr wurde die Veranstaltung teilweise re-settet und es gab u.a. ein komplett neues Auswertungsteam. Nicht neu waren Start und Ziel an bzw. in der Mensa der Fernuni Hagen, auch wenn morgens die Leiterin des „Freilichtmuseums Hagen“ begrüßt wurde. Tatsächlich war es wohl eher die Rektorin… 🙂

Die knappen Ausführungsbestimmungen kündigten an (Touristische Klasse):
185 km Fahrstrecke, 5:45 Stunden Fahrzeit, nur 3 Abschnitte, 5 Kurz-GLP als Sollzeitmessungen mit Lichtschranken.

Kontrollen sollten als besetzte und unbesetzte Stempelkontrollen vorkommen, sowie als Baumaffen. Glücklicherweise keine Ortseingangsschilder (da hätte man wahrscheinlich 10 Bordkarten mit füllen können an diesem Tag).

Roadbook und Bordkarte gab es erst am Start und los ging es direkt in die erste Kurz-WP auf einem Parkplatz an der Uni. Auch die restlichen Sollzeitprüfungen wurden alle auf abgesperrten Geländen ausgetragen. Die Beschreibungen gab es dazu auf einem gesonderten Blatt und diese waren wirklich vorbildlich dargestellt.

Sehr präzise auch das chinesische Roadbook, welches einen aber zunächst für längere Zeit durch wenig attraktive Städte führte. Hoher Anteil von Ampeln und Tempo 30 Zonen, erst später und am Nachmittag ging es dann durch wunderschöne bergische Landschaften auf zum Teil atemberaubend kleinen Straßen. Der Zustand der Straßen war aber überwiegend grottenschlecht. Investitionsstau Deutschland, aber dafür kann der Veranstalter ja nichts.

Bei den Chinesen hatten wir nach den Vorankündigungen eigentlich diverse Fallen oder Schmakazien erwartet. Bis auf eine Stelle am Vormittag war da aber nichts. Keine Bauminseln, keine Parkplätze. Nothing. Chinese um Chinese wurde an einander gereiht und so zog sich die Strecke doch etwas zäh dahin. Auffällig im Vergleich die zum Teil sehr kurzen Abstände der Kilometrierung, auch an Stellen, wo dies zum Auffinden der Strecke eigentlich nicht erforderlich gewesen wäre. So wurden z.B. 840 Meter geradeaus mit 8 Fahraufträgen dargestellt, wo ein Zeichen ausgereicht hätte. So kann man auch Seiten im Bordbuch füllen.

Für die Mittagspause hatte man die Henrichshütte in Hattingen ausgewählt, heute ein Museum und imposanter Bestandteil der Route Industriekultur.

Weniger beeindruckend, zumindest im positiven Sinne, war der Mittagsimbiss, von Essen möchte man da nicht schreiben. Wie im letzten Jahr (deja vu) gab es Reste von Gemüse als wässrige Suppe mit einem abgezählten Fleischklops, ebenfalls ohne Geschmack. Wie hoch war noch mal das Nenngeld? 149 Euro? Unfassbar. Wie im letzten Jahr begann die Suche nach alternativen Lebensmittelquellen. Zum Glück fand gleichzeitig auf dem Gelände noch ein Ford Mustang-Treffen statt! Dort gab es Getränkestände, Kuchen, aber auch Pommes und leckere Burger! Warum nicht so, liebe Veranstalter?

Ähnlich grenzwertig war die organisatorische Performance rund um die Mittagspause (ZK an und ab). Vorzeit war nicht erlaubt, davon hatten wir aber reichlich. Der Streckenposten wies uns an, schon mal zu Parken und dann zu Fuß am Ziel die Bordkarte abzugeben. Dann könnte man auch direkt Vorzeit erlauben. Leider haben wir dann am Ende hier einen Strafpunkt für zu spätes Eintreffen bekommen, das ist schon ärgerlich. Eine Re-Start-Zeit gab es auch nicht, die musste man sich durch eigenständiges Erfragen und Ausrechnen selber zusammenreimen. Dazu gab es unterschiedliche Aussagen der Posten, die tatsächlich auch keine Zeitliste für den Re-Start hatten. Hier gibt es noch Potenziale.

Wertung und Ergebnisse: 5 SZP und insgesamt 28 Kontrollen auf 185 km. Da musste man schon (fast) alle Stempel und Baumaffen mitnehmen, um vorne mit dabei zu sein. Die Baumaffen waren grundsätzlich gut lesbar, standen aber auch und insbesondere in Orten und waren nicht immer direkt erkennbar (2 davon im Ortskern von Iserlohn recht spät auf der Strecke, davon 1mal von einem parkenden Auto verdeckt). Was man anerkennen muss: inzwischen fahren verdammt viele Teilnehmer extrem gute Zeiten. Auch bei den Touristen. Schön, wenn dann ein „junges Team“ ganz vorne ist und den Gesamtsieg inkl. Leder-Rallye Brett für sich einfahren kann.

Auswertung und Siegerehrung: der Veranstalter hatte sich offenkundig vorgenommen, den großen Schwachpunkt des Vorjahres anzugehen und zu verbessern. Tatsächlich hingen die Ergebnisse sehr früh, wurden nicht 10mal korrigiert und auch die Siegerehrung konnte sehr pünktlich beginnen. Soweit so gut. Allerdings wurden Nachfragen und „Einsprüche“ zu Gunsten des Zeitfaktors eher rustikal behandelt. Wenn z.B. Eintragungen in der Bordkarte teilweise unleserlich geschrieben sind (aufgrund der schlechten Straßen), dann sollte man im Zweifel zu Gunsten der Teilnehmer entscheiden. Gerade wenn eindeutig (!) erkennbar ist, dass das Team die korrekte Strecke gefahren ist und nicht nachträglich korrigiert wurde.

Das Abendessen in der Mensa war gut und reichhaltig. Aber auch hier gilt: für 149 EUR sollten zumindest Wasser und Softgetränke inkludiert sein. Bitte mal in Oelde nachfragen, wie man sowas macht!

Fazit: Ablauf prinzipiell wie 2018, jedoch mit angeglichenem Niveau der Aufgabenstellungen in der touristischen Klasse. Schnelle Auswertung. Nach wie vor passiert aber auf 185 km zu wenig. Reduziert auf vielleicht 120 km und mit deutlich geringerem Nenngeld wäre der Gesamteindruck positiv(er).

Team 02

Schöne Bilder gibt es bei Dr. No.:

https://02er.blogspot.com/2019/06/35-hagen-klassik-2-mal-bmw-02-platz-2.html

Nachtrag: auch bei dieser Veranstaltung zeigte sich, dass der Abstand in der Aufgabenstellung zwischen Touristisch und Sportlich wieder zugenommen hat. Touristisch sehr einfach, es entscheidet sich über einige weniger Zeiten, sportlich hammer-schwer. Das Mittelmaß fehlt (uns zumindest). Dafür sollte es doch mal die tourensportliche Klasse geben?

01.06.2019 / Rund um Oelde / Oelde

Was in Köln zweimal stattfindet, ist Tradition. Was dreimal stattfindet, ist Brauchtum. Insofern kann unser zweiter Start in Oelde und unser insgesamt dritter Start zusammen überhaupt, gem. dem Kölschen Grundgesetz schon als traditionelle, wenn auch westfälische, Brauchtumsfahrt gelten.

Tradition ist ein gutes Stichwort, denn der Automobilsport hat in Oelde bzw. überhaupt dem östlichen Münsterland eine lange Tradition, seien es die Orientierungsfahrten der 60er und 70er Jahre oder auch die Rallye Münsterland in den 80er Jahren gewesen. Mitte der 90er Jahre stieß der Rallyesport dann an die Grenzen der gesellschaftlichen Akzeptanz und fand damit sein Ende. Wenige Jahre später begann dann die Wiederauferstehung als Oldtimer-Veranstaltung.
So gab es dieses Jahr bereits die 16. Oldtimer-Rallye „Rund um Oelde“.

01.06.2019 16. ADAC Oldtimer-Rallye Rund um Oelde
Veranstalter: MSC Oelde im ADAC e.V.
Team: André Behrensdorf / Frank Schäfer auf BMW 2002 ti

In unserer touristischen Klasse gab es erwartungsgemäß wieder eine einfache Streckenführung mittels durchgezogener roter Linien. Die Wertung erfolgte dann primär über die diversen Zeitprüfungen. Davon gab es dieses Mal insgesamt 9 Stück. Zwei WP´s wurden also sogenannte „30/60-Prüfungen“ durchgeführt, wo man zur vollen Minute oder zu vollen 30en Sekunde durch eine Lichtschranke fahren musste. Eigentlich nicht viel Neues, aber im Westfälischen noch nicht so bekannt. Trotz ausführlicher Erläuterungen standen einige Teams hier wohl etwas ratlos vor dem gelben/roten Schild…  Weiterhin gab es GLP in (teils imposanten) Gewerbegebieten sowie den Rundkurs bei der Fa. WBV mit 3 Durchgängen, der ebenfalls schon Brauchtumscharakter hat.

Besonders erwähnenswert: die überaus schöne Streckenführung bei ebenfalls bestem Hochsommerwetter durch das Münsterland, welches sich von einer ausgeprägt bergigen Seite zeigen durfte. Viele Stempelkontrollen. Auch die Anwohner waren durchweg sehr positiv gestimmt (kennt man aus anderen Gegenden auch anders) und winkten von an der Straße postierten Bierzeltgarnituren den Teams zu.

Der Start erfolgt in Oelde relativ spät (erstes Fahrzeug 10.01 h) und das bei ca. 115 Teilnehmern. Der erste Streckenabschnitt betrug ca. 3,5 Stunden, dann erfolgte die Mittagspause beim Kabelwerk KW64, einer Art Meilenwerk in Beelen. Hier konnte man selbst gemachten Kuchen in Industriekulturatmosphäre genießen. Allerdings war diese Kaffeepause mit ca. 1,5 Stunden sehr lang angesetzt. Immerhin folgte noch die „Nachmittagsetappe“ mit nochmals 100 Minuten Fahrzeit.

Weiterer Höhepunkt war, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, eine Zeitprüfung auf dem Hof Loermann, einer Art Versuchsstrecke für Landmaschinen der Fa. Claas. Die Strecke führt über einen Parcours mit eingebauten „Bergen“ und wellenförmig verdrehtem Straßenverlauf. Bei sportlichen Oldtimerveranstaltungen gab es hier zuvor schon spektakuläre Stunts. Diese blieben bei uns hier aus, gerade die Anstiegsfahrt „in den Himmel“ war aber schon ein wenig gruselig.

Bei den Fahraufträgen folgte eine kleine Abwechslung in Form einer Chinesenrallye auf dem Miele-Werksparkplatz in Lette. Klassischer Trick mit einer geänderten Reihenfolge. Zudem war die Idealstrecke auch noch als rote Linie eingezeichnet, was offenbar gut gemeint war vom Fahrtleiter, aber auch bei uns für Irritationen sorgte: Was war die Absicht? Es soll sogar Teams gegeben haben, die den kompletten Parkplatz verpasst haben… !

Zum krönenden Abschluss gab es dann den legendären Rundkurs auf dem Werksgelände von WBV. Mein Fahrer hat bei der 2. Lichtschranke dann so beherzt Gas gegeben, dass der Fahrersitz sich mit lautem knarzenden Geräusch löste und erst einmal nach hinten schoss (ich dachte schon, das Getriebe hätte sich verabschiedet). Die Beine reichten aber zum Glück auch so noch an die Pedale und wir konnten die Prüfung erfolgreich zu Ende fahren…

Auffallend waren die wirklich sehr vielen Teilnehmer mit BMW 02, so hatte man teilweise das Gefühl eines Clubtreffens. Muss wohl irgendwo ein Nest sein… ?

Nach sukzessiven Eintreffen im Ziellokal konnte man sich direkt, komplett ohne langes Warten, am Buffet und an der Theke stärken bzw. erfrischen. Nach einem schweissnassen Tag im Auto war das auch nötig. Die Verpflegung war wie im Vorjahr hervorragend und „All Inclusive“. Ähnlich wie im Vorjahr gab es aber auch heuer einige Verzögerungen bei der Auswertung, obwohl die Musterlösungen und GLP-Ergebnisse schnell laufend ausgehängt wurden. Mit einer Verlosung wurde die Wartezeit teilweise überbrückt. Aber der Start einer Siegerehrung nach 23 Uhr kann nicht wirklich überzeugen. Das blieb dann aber auch der einzige Wehrmutstropfen einer ansonsten rundherum gelungenen Veranstaltung.

Die Wertung kam dann tatsächlich primär über die Zeiten der 9 WP zustande, und hier hat sich unser Lichtschrankentraining im Frühjahr ggf. doch bezahlt gemacht. Trotz zum Teil fliegendem Fahrersitz und erstmaligem Einsatz neuer Technik (RTCH von Chr. Huber) konnten wir (für uns) sehr gute Zeiten einfahren, was mit einer entsprechenden Platzierung belohnt wurde.

Fazit: Sehr stimmungs- und stilvolle Veranstaltung mit landschaftlich schöner Streckenführung und anfängerfreundlicher Aufgabenstellung. Das bewährte Konzept wird jedes Jahr mit neuen Elementen aufgepeppt. Gutes Roadbook und transparente Auswertung (Aushänge), die jedoch reibungsloser und vor allem zeitnäher erfolgen könnte. Brauchtum will eben auch gepflegt werden!

05.05.2019 / 6. Emsland Klassik / Lengerich

Bei der Emsland Classic haben wir schon mehrere Male relativ erfolglos unser Glück versucht. Knackpunkt waren immer wieder extrem anspruchsvolle und auch ungewöhnliche Orientierungsaufgaben, die dem Wortlaut und dem Geist der jeweiligen Ausschreibung widersprachen. Angekündigt wurde Jahr für Jahr eine „einfache Ausfahrt auch für Anfänger“, und dann hagelte es komplexe Kartenskizzen mit u.a. exzessiven Gegenläufigkeiten.

Siehe auch unser Bericht aus 2018:
http://amc-arnsberg.org/?p=2288

Aufgrund des Feedbacks gelobten die Veranstalter für 2019 (wieder) „Besserung“:

„Auch in diesem Jahr können die Teilnehmer zwischen zwei Startgruppen wählen. Die Streckenführung der Gruppe A hat einen touristischen Charakter, gerade hier haben wir dieses Jahr einfachere Orientierungsaufgaben ausgearbeitet. Es wird ebenfalls keine Fahrt durch den Ortskern geben. Die Gruppe A eignet sich somit auch für Teams ohne „Rallyeerfahrung“. Die Aufgabenstellung der Gruppe B ist tourensportlich. Sie können sich wieder auf eine tolle Rallye mit interessanten Aufgaben freuen.“

05.05.2019 6. Emsland Klassik
Veranstalter: Motorsportfreunde Lengerich im ADAC e.V.
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Mercedes 190E 2.5-16

Bei wieder einmal sehr april-mäßigem Wetter (Sonne, Regen, Sturm) startete die Emsland Klassik im Autohaus Lampa in Lengerich. Sehr gespannt waren wir, ob die versprochenen „einfacheren“ Aufgaben tatsächlich Realität würden…

Angenehm der recht späte Start (für uns 10.20 Uhr). Das Bordbuch bekam man 15 Minuten vorher… große Spannung.. Wie sich dann zeigte, wurde das Grundprinzip etwas abgeändert: in unserer (touristischen) Klasse erfolgte die Streckenbeschreibung mittels Chinesen, ergänzt durch einige kleinere oder größere Orientierungsetappen. Der Fahrerbrief sollte gut und gründlich gelesen werden! Hier stand u.a. der Hinweis auf das strikte Einbahnstrassenprinzip während der gesamten Veranstaltung! Das erinnerte an die Vorjahre, aber dieses Mal waren wir gewarnt! Während der Fahrt zeigte sich, dass die Aufgabenstellung dieses Mal tatsächlich etwas einfacher gestaltet war, aber dennoch so anspruchsvoll, dass keine Langeweile aufkam. Spezialität in Lengerich sind und blieben die Gegenläufigkeiten, von denen einige eingebaut waren, die aber fairerweise immer mit einem Hinweis auf die Regeln im Fahrerbrief kommentiert wurden.

Halten und orientieren…

Von Lengerich aus ging die Fahrt in das schöne Artland und damit in den Kreis Osnabrück. Alles sehr ländlich, sehr schön und wirklich mal wieder kleine und kleinste Strassen. Auch die Chinesen-Fahraufträge hatten es durchaus in sich. So ging es um kleine Ecken, Schleifen, etc. – die Kilometrierung passte schon fast erschreckend genau. Hier sind Profis am Werke…

Neben den Ori-Aufgaben waren auch 2 Zeitprüfungen zu absolvieren. Zum einen die fast schon obligatorische 14 Sekunden-Prüfung direkt am Start. Zum anderen eine typisch emsländische Mehrfach-Sollzeitprüfung. Den Sinn habe ich immer noch nicht verstanden, aber hier werden Kontrollen angekündigt, aber dann steht dort tatsächlich keine Lichtschranke. Prinzip Verwirrung. Insofern nicht ganz verwunderlich, dass hier fast alle Teilnehmer eher mittelmäßige Zeiten fuhren (wir auch). Da bei der „GLP 2“ Ori und Zeitprüfung verknüpft waren, führte dies bei dem ein oder anderen unerfahrenen Teilnehmer zu Verwirrung. So kam es, dass wir an einer Lichtschranke auf einmal Teilnehmer-Gegenverkehr hatten. Der musste dann unbedingt vor uns noch wenden und blockierte somit wertvolle Sekunden/Minuten die Strecke. Schweissausbruch im Cockpit, aber die Lichtschranke erreichten wir dennoch einigermaßen pünktlich. Trotzdem, sowas muss nicht sein. Weder so eine Art von Aufgabe, noch so ein Verhalten. Die Lichtschranke stand außerdem noch einige Meter hinter dem roten Schild, was ebenfalls für einige Verwirrung sorgte…

Was uns dieses Jahr noch positiv aufgefallen ist:

  • Sehr abwechslungsreiches Starterfeld, vom 190er „Bauernbenz“ bis zum exaltierten Aston Martin Lagonda
  • Sehr gut gemischtes Teilnehmerfeld – viele jüngere Leute am Start
  • Zügige Auswertung, transparente Aushänge
  • Sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis bei einem wirklich niedrigen Nenngeld
  • Schönes, selbst gemachtes Kuchenbuffet am Ziel

Fazit: Dieses Mal wurde Wort gehalten: die Aufgabenstellung „touristisch“ wurde einfacher, aber keinesfalls zu einfach oder gar langweilig. Saubere Fahrtunterlagen ohne Interpretionsspielraum. Sehr schöne Streckenführung und stimmiges Gesamtkonzept. Bitte weiter so!

https://www.noz.de/artikel/1729061



27.04.2019 / 79. Westfalen-Lippe-Fahrt „Klassik“ / Halle/Westf.

Bereits zum neunundsiebzigsten Mal rief der ADAC Westfalen-Lippe zur Westfalen-Lippe fahrt, dieses Jahr nach Halle in Westfalen. Insgesamt 100 Teilnehmer waren gekommen, davon jeweils 20 in der sportlichen sowie der „Wanderer“-Klasse (hier Touristische Ausfahrt genannt), demnach also 60 Teilnehmer in der Touristen-Klasse, die anderswo auch als Tourensportlich bezeichnet wird. Trotz teilweise neuer Fahrtleitung waren Ablauf und Aufgabenstellung jedoch weitgehend wie im Vorjahr…

Same procedure as last year…. ?

Morgens schien noch die Sonne….

27.04.2018 79. Int. ADAC Westfalen-Lippe-Fahrt „Klassik“
Veranstalter: ADAC Ostwestfalen-Lippe e.V.
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Mercedes-Benz 190E 2.5-16

Der Rahmen der Veranstaltung wurde weitestgehend beibehalten: Start, Ziel und Kaffeepause wieder in einem der beliebten Autohäuser 🙂 Dieses Mal im neuen Gebäude von Ford Hagemeier in Halle. Hier werden die sportlichen Varianten vertrieben, Mustang und GT 40. Schöne neue Halle in Halle mit einer langen Theke, aber auch mal wieder kritikwürdigen sanitären Verhältnissen.
Das Catering hatte sich im Vgl. zum Vorjahr deutlich verbessert, so gab es am Abend ein wirklich leckeres professionelles Grill-Buffet. Auch der Mittagssnack konnte geschmacklich überzeugen, vom „Ambiente“ her musste man auf 50er Jahre Landgasthof mit hohem „Braunanteil“ stehen, um dem was abgewinnen zu können…

Nachdem wir dieses Jahr schon 1,5 Winterrallyes hatten und eine Ostereiersuchfahrt bei hochsommerlichen Temperaturen, war der Wettergott dieses Mal eher launisch. Die Anreise ging morgens noch bei schönem, wenn auch etwas frischem Wetter durch weitläufige westfälische Erdbeer- und Spargelfelder. Pünktlich zum Start verfinsterte sich der Himmel jedoch und in der Folge wurde es eher eine Regenrallye mit zum Teil heftigen Niederschlägen…

Die Aufgabenstellung entsprach 100% dem Vorjahr:

Ca. 6 Stunden Fahrzeit, dabei insgesamt 2 Überlappungen und 2 recht einfache Schleifen. Sonst keinerlei Abwechslung oder gar Herausforderung für den Beifahrer. Entscheidend waren wie in den Vorjahren die insgesamt 4 Sollzeitprüfungen: 2mal Schlauchprüfungen 40 Meter in 10 Sekunden. 2mal längere Prüfungen mit Start und zwei Zielen.

Bei den beiden Lang-GLP musste man aufpassen, dass man sich nicht verfährt

Auch das Kartenmaterial war „ganz das Alte“: viele neue Straßen, Gebäude, zum Teil ganze  Neubaugebiete waren nicht eingezeichnet. Das schaffte an einigen Stellen Verwirrung, aber es waren keine bewusst eingebauten Fallen. An diesen Stellen standen auch keine Kontrollposten. Einige Teilnehmer konnten es fast nicht glauben, das nirgendwo Ecken und Haken eingebaut waren und vermuteten Fallen, wo es diese nirgendwo gab.

In der sportlichen Klasse konnte man das so nicht sagen: Hier gab es die besondere „Regel“, dass die Lösung der Idealstrecke ausschließlich innerhalb der Kreisgrenze Gütersloh sowie im Stadtgebiet Bielfeld zu erfolgen hatte. Das war aber so nicht geschrieben, sondern verbarg sich in Punkt 7 der Ausführungsbestimmungen…. Am Ende hatte auch nur genau 1 sportliches Team diese Bedingung erkannt und richtig gelöst.

Wir schließen daraus, dass der Unterschied zwischen Touristen und Sportlern doch sehr groß ist – zu groß? In der Ergebnisliste zeigte sich, dass von den 40 Touristen deutlich mehr als die Hälfte in der Bordkarte null Fehler hatten. Es entschied sich mal wieder alles über die Zeiten. Und da waren die Unterschiede naheliegender Weise sehr eng. Über Sinn und Unsinn dieser Gewichtung kann man sicher streiten, bei der WLF ist es aber vorher bekannt.

Beim Abendessen und an der Theke konnte man sich dann mit den zahlreich anwesenden Bekannten austauschen und die vielzitierten Benzingespräche führen. Für die Siegerehrung gab es noch einen besonderen Einfall. Duch ein Rolltor wurden die „Siegerfahrzeuge“ in den drei Gruppen in die Halle gefahren. Schöne Idee, und so auch noch nicht erlebt.

Fazit: Routinierte ADAC-Veranstaltung mit vielen Stempelkontrollen und insgesamt hohem Helferaufkommen. Hat uns dieses Jahr deutlich besser gefallen, es fehlen eigentlich „nur noch“ ein paar spannende Ori-Aufgaben zur Perfektion…
Mal sehen, was das Jubiläum zum 80zigsten nächstes Jahr bringt.

Die Ergebnisse lagen (erwartungsgemäß) sehr eng zusammen.

P.S.
Einen neuen Spruch haben wir auch gelernt: „Die Katholiken haben die Hölle, der ADAC hat die Grußworte“ 😀

Bilder: Frank Schäfer, DGS Photo

22.04.2019 / Ostereiersuchfahrt / Warstein

Am Ostermontag ging es wieder zur Ostereiersuchfahrt nach Warstein. Diese touristische Veranstaltung vom MSF Warstein und dem Warsteiner Oldtimerteam hat inzwischen schon Tradition. Dieses Mal auch ohne Regen und Schnee, dafür mit bestem Sommerwetter schon Ende April. Daher blieb der Oldtimer auch zu hause und das Cabrio musste ran. Eine gute Wahl, denn so konnten wir die wunderschöne Landschaft im Sauerland richtig geniessen.

22.04.2019 Ostereiersuchfahrt Veranstalter: MSF Warstein & WOT
Team: Frank Schäfer / Martina Schäfer auf BMW 135i Cabrio

„Genuss“ ist nicht das Motto dieser Veranstaltung, vielmehr werden hier verschiedenste Aufgabentypen kombiniert und wirklich „einfach“ ist es nicht. Das kann man auch daran erkennen, dass die Top Plätze 1-3 ganz am Ende bei der Siegerehrung alle so um die 60 Fehlerpunkte hatten…

Aber von vorn. Um 14 Uhr ging es in Warstein los.

An Aufgaben hatte Fahrtleiter Marcel Schlöffel zusammen gestellt:
* Fahraufträge komplett mit kilometrierten Chinesen
* Suchen von insgesamt 6 Ostereiern an gekennzeichneten Stellen („Nester“)
* Beantwortung von touristischen Fragen an den Nestern
* Zwei Aufgaben aus dem Tuniersport
* Sechs Bildersuchaufgaben mit Fragen zu den Motiven
* Zwei Schätzaufgaben (Eclipse-Rad und 50 cm Distanz)

Während die Suche der Ostereier an den Kontrollstellen eine immer wieder sehr nette Aktion ist, musste man bei den Aufgaben schon etwas Hirnschmalz investieren: In welchem Jahr gewann Steffi Graf alle Grand Slam Tuniere? Wer war der Sieger im letzten Formel 1 Rennen 2019? Welche Automobilmarke feierte den 40 Geburtstag eines Offroad-Modells mit einem Sondermodell?

Bei den Tuniersportaufgaben musste dieses Mal nicht auf Distanz gefahren werden. Vielmehr waren es Einparkübungen: Einmal rückwärts und einmal vorwärts musste möglichst parallel zu einem Balken geparkt werden. Auch nicht immer ganz einfach… Diese Aufgaben wurden in der Wertung auch sehr hoch gewichtet.

Für den Oldtimer-Rallye Fahrer gab es auch Besonderheiten bei den Chinesen. Hier werden in Warstein immer wieder ein paar feine Fallen oder Tricks eingebaut. Dieses Mal keine Kreisverkehre wie 2018, sondern Aufgabenstellungen in Anlehnung an belgische Veranstaltungen mit sogenannten Komplexen Chinesenaufgaben („fléché complex“). Davon habe ich noch nie gehört oder gelesen, bis heute.

Beschreibung in den Fahrtunterlagen dazu: „Ein komplexes Chinesenzeichen besteht aus mehreren Punkten und Pfeilen. Man verbindet den ersten Punkt mit dem ersten Pfeil, dann wiederum den ersten Pfeil mit dem zweiten Punkt und diesen dann mit dem zweiten Pfeil, usw. Es ist immer die kürzeste Verbindung zu wählen. Dabei gilt Kreuzungs-, Entgegenfahr- und Wendeverbot.“ Quasi eine Art Pfeilwurm auf chinesisch.

Im Endeffekt musste man somit an einer Stelle eine größere Schleife fahren und ein „U“ zweimal aufschreiben. Hier zeigte sich mal wieder, dass diese Veranstaltungen ganz schön exotisch ausfallen können. Nur waren dieses Mal keine Kamele, sondern Belgier mit dabei 🙂 An einer anderen Stellen gab es eine Negativkontrolle.

Das Ziellokal Kemper-Steinhoff in Geseke war sehr gut gewählt (gutes Essen, nette Location) und schon früh wurden die Musterlösungen mustergültig per Beamerpräsentation vorgestellt. Die Siegerehrung schloss sich nahtlos an.

Fazit: Insgesamt wieder eine sehr gelungenen Veranstaltung mit einem besonderen „Oster-Charme“ durch wunderschöne Landschaft. Einzigartig ist die Kombination der verschiedenen Aufgabentypen. Aus unserer Perspektive werden Gatter-/Schätzaufgaben zu hoch gewichtet und die Antworten sollten ein-eindeutig sein („über wie viele Sprossen springt das Pferd hier?“). Macht aber auch so eine Menge Spass.