19.05.2018 / 34. Hagen Klassik / Hagen

Auch bei der Hagen Klassik sind wir 2018 zum ersten Mal dabei…. die Veranstalter haben eine sehr informative Internet-Seite, auf der vorab schon viele Informationen zur Rallye veröffentlicht werden. So erfährt man einiges über die Aufgabenstellungen in der touristischen und der sportlichen Klasse.

19.05.2018 34. Hagen Klassik
Veranstalter: HAC Hagener Automobil Club von 1905 im ADAC e.V.
Team: Martina Schäfer / Frank Schäfer auf Volkswagen Golf 1 GTI

Start und Ziel der Hagen Klassik  ist das Gelände der bekannten Fernuniversität. So konnte man direkt morgens beim etwas kargen Frühstück noch einmal Mensa-Luft schnuppern und sich an das eigene Studium erinnert fühlen. Für die Aufgabenstellungen waren insgesamt Veränderungen zum Vorjahr angekündigt. So waren einfachere Orientierungsaufgaben und dafür anspruchsvollere Zeitprüfungen zu erwarten. Bei der ausführlichen Fahrerbesprechung wurde dann aber auch betont, es handele sich um eine Rallye und nicht um eine Ausfahrt. Aha. Das Bordbuch bekam man erst in letzter Minute vor dem Startbogen und es folgte direkt auf dem Uni-Gelände eine erste  Zeitprüfung: eine unbekannte Länge in 6 Sekunden fahren. Auf einer Uhr wurde im Zielbereich die jeweilige Teilnehmer-Zeit angezeigt, die man dann im Roadbook notieren sollte. Ganz klar, diese Zeit war später noch einmal zu fahren. Problem nur: die Uhr hatte einen Defekt und zeigte einzelne Ziffern falsch an. So wurde aus einer 4 bspw. eine 9 usw. Das ging ja gut los, bei einigen Teilnehmern schwoll schon hier der Kamm. Als wir an dieser Prüfung dran waren, war der Fehler aber offenbar wieder behoben.

Dann erst einmal rechts ran und das Roadbook studieren. Tatsächlich: es gab nur Chinesenaufgaben, keinerlei Karten. Und auch keine OK und Baumaffen, nur Stempelkontrollen. Sehr ungewöhnlich. Dafür aber, auch das war durchaus angekündigt, anspruchsvolle GLP- bzw. Sollzeitprüfungen mit einem besonderen „Touch“.  Dieser zeigte sich insb. in der Länge der Aufgaben. Durchweg waren es Kurz-WP mit Sollzeiten von 5, 7, 11 oder auch  nur 1,5 Sekunden. Schonmal 15 Meter in 1,5 Sekunden gefahren? Hier gab es solche Aufgabenstellungen.

Und obwohl im voraus betont wurde, man könnte das alles mit max. 2 Stoppuhren fahren, gab es in WP 3/4 insgsamt 4 zeitrelevante Abschnitte. Wir hatten da 4 Uhren im Einsatz.

Weiterhin gab es zwei Nullzeitprüfungen, hier 30/60 Sek. Prüfung genannt. Ein vorher nicht bekanntes, aber gut beschildertes Ziel musste zur vollen 30sten Sekunde oder zur vollen Minute angefahren werden. Einige Teilnehmer kamen damit nicht gut klar und es gab an diesen Stellen lange Rückstaus. Beobachtet werden konnte auch, dass das Anhalteverbot nach dem gelben Schild missachtet wurde und es dafür trotzdem keine Wertungsstrafen gab. Teilnehmer fuhren also bis kurz vor die Lichtschranke in der Halteverbotszone, warteten dann ab und hüpften durch kurzes Gasgeben zur Sollzeit über die Ziellinie. So etwas finde ich doch sehr unsportlich und es nicht nachvollziehbar, warum solches Verhalten vom Veranstalter nicht geahndet wird, obwohl das Regelment das her gibt.

Die Strecke führte durch die wunderschöne Landschaft des bergischen Landes zur Mittagspause in Wipperfürth. Leider passierte unterwegs fast nichts bis auf ein paar Stempelkontrollen und so musste insbes. die Beifahrerin aufpassen, dass sie nicht wegschnarcht…Einige, gerne auch einfache, Orientierungsprüfungen hätten gut für Abwechslung sorgen können. Die Strecke hätte dies sehr gut hergegeben  mit vielen Ecken und verwinkelten Strassen. Schade.

Pause war im Kultur- und Veranstaltungszentrum „Alte Drahtzieherei“, einem Denkmal der Industriekultur. Sehr schön, dachten wir, diesmal kein Autohaus, sondern Gastronomie! Die Internetseite der Alten Drahtzieherei sieht dahingehend sehr gut aus. Ja, denkste. Wie man aus dem Teilnehmerkreis hörte, wollte der Veranstalter Geld sparen. Daher waren nur die Räumlichkeiten gemietet.  In den Eingangsbereich hatte man dann eine rudimentäre Suppenausgabe platziert, wo mininale Portionen  mit abgezählten und handverlesenen Wurststücken an die Teilnehmer in der langen Schlange verteilt wurden. Der arme Mann dort hatte Humor, bekam aber natürlich trozdem den Unmut der Teilnehmer ab. Wir hatten die Faxen dick und sind dann per GoogleMaps erstmal zum nahegelegenen Rewe und haben uns dort mit Stärkung versorgt …

Nach dem Re-Start galt es, noch weitere 2:15 Std. runterzureissen. Muss man so sagen, denn wie schon in der ersten Etappe passiert nicht viel, mit Ausnahme der Zeitprüfungen. Die ein oder andere kleine Ori-Aufgabe hätte hier sehr gut platziert werden können und hätten die Fahrt viel abwechslungsreicher gestaltet. Das Handling der Bordkarte 3 führte bei uns noch einmal zu Verwirrung… es wurde keine Start- und keine Zielzeit eingetragen, dafür aber eine  Zeit für den Zwischenstopp bei der Vorstellung in der Hagener Innenstadt. Auch wieder kein gutes Gefühl…

Ganz am Ende auf dem Uni-Gelände dann noch eine kombinierte WP. Hier kam mal wieder der alte Trick zum Einsatz: Fahren Sie 0,10 Minuten…. wenn man hier nicht aufpasste in der ganze Hektik oder der schon einsetzenden Entspannung, der fuhr hier 10 Sekunden. Richtig wären natürlich 6 Sekunden Sollzeit gewesen.

Zum Glück hat die Mensa auch eine Sonnen-Terasse und so konnte man dann bei einem Glas Wein (im Nenngeld nicht enthalten) etwas entspannen. Spannend wurde dann noch einmal die Auswertung. Wir waren ca. 17.45 h im Ziel und erst gegen 22.30 h gab es die Siegerehrung. D.h. knapp 4,5 Stunden Wartezeit. Was dazwischen passierte…. Ergebnisse wurden ausgehängt, abgehängt, korrigiert und ganze WP´s gestrichen. Dabei waren die Bordkarten ja total einfach auszuwerten. Bei den Zeitprüfungen hingegen gab es zum Teil unplausible und  nicht nachvollziehbare Ergebnis-Aushänge. Beispiele: bei uns wurde in einer GLP eine Abweichung von ca. 9 Sekunden angezeigt. Tatsächlich waren es aber „nur“ 0,9 Sekunden. Oder im Ausdruck stand „#WERT“ – offenbar ein Excelfehler.. usw.

Die Geduld und die Nerven der Teilnehmer wurden hier doch sehr strapaziert, wobei dies die diversen Verlosungen und Sonderpreise (nur) teilweise ausgleichen konnten. Mit dem 2. Platz in der Klasse 9 sind wir durchaus zufrieden (für den Sieg fehlten 7/100 Sek.), aber auch die endgültige Rangliste wurde vor der Siegerehrung aus  Zeitgründen  nicht mehr ausgehängt.

Fazit: Sponsorenlastige Veranstaltung mit sehr schönen Strecken. Gesamtstrecke aber zu lang(weilig), merkwürdige Mischung aus Oldtimer-Wandern und anspruchsvollen Zeitprüfungen, daher auch für echte Anfänger nur eingeschränkt zu empfehlen. Einige organisatorische Mängel im Ablauf, Wartezeit auf belastbare Ergebnisse unterirdisch lang.

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